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SO FUCKING WHAT
WE LIVE TO BE HATED - DIRTY SOUTH TOUR 2005 Germany sucks! Das waren meine ersten Gedanken, als ich wieder daheim war. Aber immer der Reihe nach... Donnerstag, 14.April Als erstes Mosh zum Geburtstag gratuliert....Kann ein Sänger was schöneres als eine Ami-Tour bekommen? 9.55 Uhr, Abflug in Berlin Tegel, Zwischenstop in München, in Philadelphia schnell eine geraucht und nach insgesamt 15 Stunden Flug landeten wir um 19 Uhr Ortszeit dann in Raleigh/Durham. SFW in den USA, das hieß als erstes, dass die Hälfte von Philipps Schlagzeugequipment plus persönlicher Sachen auf irgend einem Zwischenstop hängen geblieben waren. Bryan, Doug und Jason von Empire Falls klärten das nach einer kurzen Begrüßung mit der Fluggesellschaft. Wir sollten alles am folgenden Tag bekommen. Um es vorweg zu nehmen....nach 4 Tagen hatten wir erst wieder alles beisammen. Zum Glück hatten wir weiter keine Instrumente dabei! Das ersparte uns wohl auch einigen Ärger bei der Einreise. Die verlief gegen alle Erwartungen sehr human. Vom Flughafen ging es direkt zur ersten Show, zum „Milestone“ in Charlotte NC. Das hieß 3 Stunden Fahrt, aber meine Herren, wir waren bestens versorgt. Wir hatten mit allem gerechnet, von einem alten Schulbus bis hin zu klapprigen PKWs schwirrte uns alles durch die Köpfe....Und dann kam ES....ein niegelnagelneuer Ford-Van, V8, vollklimatisiert, 450 Pferdchen, RIESIG! Ach, das Leben kann so schön sein.
Als wir im „Milestone“ ankamen hatten wir die Sweat Shop Boys bereits verpasst. Egal, dafür fingen die Dead Pets gerade an. Die Engländer freuten sich riesig ein paar Europäer auf Tour zu treffen, wir feierten uns mit unseren ersten dünnen Bier gehörig ab. Als nächstes waren EF dran. Da ich Ihren Bassisten vertrat, kam ich so ohne weiteres Proben zu meiner ersten US-Show. Amis können wahnsinnig unkompliziert sein.
Bryan (früher 25 Ta Life Basser und Blitz-Sänger) verspottete erst einmal das Publikum, sie waren Ihm zu lahm !?!? , Doug spielte in seiner eigenen Welt Gitarre und KickAssPhil merkte man seine Antiseen Kumpanen bei jedem Schlag an. Ich war bestens aufgehoben.
Aber dann......der erste SFW Gig in Amerika.....unmöglich zu beschreiben was man da denkt und fühlt....Fliegt rüber und erlebt es!!! Das ist wie im Traum ficken und du wachst auf und sie ist noch geiler....Alles klar?
Faszinierend ist und das hatte ich vorher nie bedacht, die Leute verstehen die Texte! Ich mein eins zu eins und in Echtzeit! Sie singen halt beim zweiten Chorus mit, drehen bei „We kill you die“ durch, oder lächeln über den Inhalt „Show me your butt...“. Sie lieben unseren direkten Akzent! Unsere 450 PS brachten uns dann späterer Stunde ins Hotel.
Ach, das Leben kann so schön sein.
Freitag, 15 April Mittags erwacht, realisiert wo man ist und erst mal gegrinst! Dem schlechten Geschmack vom Hotelkaffee versuchten wir mit einem Burgerfrühstück Abhilfe zu tun. Fehlgeschlagen! Dabei erkannten wir dann auch die Ursache allen Übels. Es gilt absolutes Trinkverbot von Leitungswasser, chlorversetzt und doch nicht sauber, bla bla. Der Clue ist aber das die Amis ihr Eis für Cola und der Gleichen genau aus dem Zeug machen! ??????? Wie oft wir das allerdings wieder vergaßen und in das Freibadfeeling eintauchten ist genauso unklar. Nach anderthalb Stunden V8 Sound kamen Nachdem wir dann viel zu spät ins „Ground Zero“ gekommen sind und dem Boss erklärten das nur SFW spielen werden,....SonofabitchPHIL war verhindert,....meinte er einfach das wir doppelt so lang zu spielen hätten wenn wir das komplette Geld wollten und fertig. Da dort drüben die normale Setlänge nur 25-30 Minuten beträgt, nahmen wir dankend an! Der Sound und die Lichttechnik waren nur noch in Atlanta bombastischer.....Wir waren mal wieder glücklich!
wir dann am „Ground Zero“ in Spartanburg SC an. Das war kein Club, dass war eine riesige Konzerthalle. Das konnte nicht unsere Show sein. Unser Gelächter wurde aber erst richtig laut, als wir sofort weggeschickt wurden. Ja, aber nicht etwa weil wir falsch waren, das Gelächter wurde leiser, wir waren nur zu früh dran. Unfassbar.
Mit der restliche Gage wurde erst Bier, dann ein Hotel gesucht und der Erotikkanal freigeschalten. Jason, unser Merch-Mann (Er kann einem Eskimo Eis verkaufen, oder Nutten einen Vibrator! Kein Scheiß) vollbrachte es dann aber unsere Situation noch zu verbessern. Er telefonierte eine geschlagene Stunde umher.....und sage und schreibe fand er einen Stripclub bei dem es nicht nur freien Eintritt, sondern auch Freibier gab. Keine Ahnung wie er das gemacht hat, aber wir zogen sofort um! „Nikitas“ hieß die Oase und nachdem der Chef mitbekommen hatte das wir eine exotische Band aus fernen Landen sind, forderte er eine CD und ließ die Mädels dazu tanzen. Wir mussten weit weg von daheim sein, ohne Worte.
Die anderen Bands waren The Disease, Scullsoup, Marion, 69 Terror, Testing Ground, Servitude und die Pygmies.
Sonnabend, 16.April Der Wecker klingelte wesentlich zu früh, aber wir hatten sechs Stunden Fahrt nach Jacksonville NC vor uns. Und vor der Show wollten wir noch nach Greensboro um einen Teil vom verloren gegangenen Gepäck aus Bryans Haus zu holen. Leider hatte uns die Fluggesellschaft die Koffer von irgendeinem anderen armen Schwein geschickt. Bryan brachte uns zu Doug nach Haus, wo wir einen sonnigen Nachmittag hatten und kümmerte sich mal wieder um die unangenehmen Dinge. Besser kann man es nicht haben. Alle wieder beisammen und etliche Stunden später, kamen wir, mal wieder zu spät, an der „Arena Sportsbar“ an. Aber die Einzigen die sich daran störten waren wir. Ross der Clubchef begrüßte uns mit einem Lächeln und dankte uns das wir da waren. Dann gab er uns den Hotelschlüssel. Wo gibt es denn so was? Es wurde eine der verrücktesten Partys auf der Tour. Er buchte uns dann auch sofort nach der Show für den kommenden Freitag und meinte er müsste einen befreundeten texanischen Veranstalter einladen. Der müsse SFW unbedingt sehen. Er machte die Sache dann auch wahr, da soll noch Einer sagen die Amis würden nur reden und nichts davon einhalten. Na ja, wir essen ja auch alle jeden Tag Sauerkraut in Lederhosen....
Das Hotelzimmer war dann schlussendlich auch überbelegt und Einige bekamen verdammt wenig Schlaf. „He is so hot“ hahaha
Sonntag, 17.April Das war der Tag der schlechten Nachrichten....na ja war ja auch Fietes Geburtstag....oder die Geschichte vom Gitarristen der zu Hause blieb. Zuerst erfuhren wir, dass in der Nacht ein paar Ghettokids versucht hatten unseren Van zu plündern. Dank Jason, der im Bus geschlafen hatte und seinem Körpereinsatz, wurde das aber verhindert. KickAssPhil musste erneut wegen einem Zwischenfall in der Familie zurück nach Haus, wodurch die geplante Show abgesagt wurde und der dann gefundene Ersatz wäre einfach zu weit weg gewesen. Aber man befand sich ja im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Zum Zeitvertreib fuhren wir nach Wilmington und wollten uns eigentlich das Battleship USS North Carolina ansehen. Naja, gesehen haben wir es, allerdings nur von der Cape Fear Bar aus. Die ist nach dem gleichnamigen Film benannt und bietet außer einer gut sortierten PunknRoll Plattensammlung auch heimische Biermarken unter Palmen an. Oh Gott, was für ein Paradies....
Danach gings ins örtliche Tattoostudio, dort trafen wir ein paar Bekannte von Bryan und zogen mit Ihnen in ein Irish Pub wo gerade Geburtstag gefeiert wurde. Katie hieß die glücklich Betrunkene, und uns hätte wohl niemand besseres begegnen können. Nachdem wir noch einige Runden weiter gefeiert hatten und Katie immer glücklicher wurde, lud sie uns am Ende des Nachmittags zu sich in Ihr Haus nach Durham ein.
Sie meinte, sie könne uns während der einstündigen Fahrt dorthin noch einen Auftritt besorgen. Daran glaubte niemand, aber wir freuten uns auf die kostenlose Unterbringung und ein wenig Spass. Was dann kam ist schwer zu beschreiben.
Wir hielten in einem ruhigen Vorstädtchen, Häuser mit kleinen Gartenzäunen und so.... Ashley, ihre Freundin parkte ein. Katie fiel eher das sie lief über den Rasen und bedeutete uns dabei das wir angekommen wären. Was wir nicht wussten war, dass die verrückten Mädels auf der Fahrt kurzerhand all ihre Freunde eingeladen und eine Geburtstagsparty organisiert hatten....mit Band....und das waren WIR! Sie hatten sogar ein Drum besorgt. (thanx Crazy Joe) Jonathan brachte es dann nach dreistündiger Fahrt mit einem Pickup. Schade das es schon zu dunkel für Fotos war. Ein komplettes Drumkid mit Rack auf einer Ladefläche, das Bild geht mir nicht aus dem Kopf. Der Fahrer strahlte, aber wahrscheinlich wusste er da schon wie Ashley sich bedanken würde. Und wo sollten wir spielen? In ihrem Wohnzimmer!!!! Das wurde kurzerhand beräumt und gut. Die Nachbarin hatte sich vorher schon über den Lärm beklagt, aber als wir dann anfingen zu spielen gab sie auf. Eigentlich dachten wir jeden Moment fahren die Cops vor, aber nix. Die Mädels haben uns dann sogar noch bezahlt, wir waren mal wieder glücklich. Obwohl diese Nacht die kleine Punkerin Jamie wohl das Glück gepachtet hatte.
Montag, 18.April Morgens gings zurück nach Greensboro, wo wir endlich die verschollen Sachen von Philipp zurück bekamen. Ich habe ihn lang nicht mehr so glücklich gesehen. Nein, wie er sich über seine Becken und die Fußmaschine gefreut hat....als ob es der heilige Gral wäre. Das können nur Drummer. Und da Sonofabitch-Kick-Ass-Phil auch wieder zu uns stieß, konnten sich gleich 2 Drummer freuen.
Ich glaube außer Bryan, dem nimmer müden Fahrer und seinem Navigator Doug hat kaum einer was von der achtstündigen Fahrt nach Savannah GA mitbekommen. Aber es war trotzdem schön endlich da zu sein.....“Jinx“ hieß der Club und für alle die es kennen, er hat das Flair vom Wild At Heart in Berlin. Die Show war nicht gut besucht aber die Anwesenden 30-40 Leute haben uns gut unterstützt. Ryan der Booker dieser Show nahm uns mit zu sich nach Hause. Das stellte sich als keine so blendende Idee heraus, zumindest nicht für seine Freundin die schlafen wollte. Gott war die sauer über den Lärm.....aber was will man tun wenn die Hälfte der Rednecks die entdeckten Wrestlingmasken für Schaukämpfe benutzt? Lachen! Die Gegend in der er wohnte kann man nur als Vorstadtslum bezeichnen. Aber auch das muß man gesehen haben. Als wir unsere nächtliche Burgerration holen wollten, wurde uns das strickt untersagt. Zu Fuß und um diese Zeit hätten wir keine Chance war die kurzer Aussage unserer Behüter. Mit KickAssPhil im Van unterwegs sah ich dann worum es ging. Überall Strassengangs, Prostituierte und wer weiß was für Gestallten. Wir hielten an keiner Ampel an. Die Cops sah ich erst morgens wieder....
Als wir aufwachten war die Freundin jedenfalls weg und Ryan entschied das es wohl besser wäre sich die nächsten Tage nicht sehen zu lassen. Damit waren wir einer mehr und die Reise ging weiter!
Dienstag, 19.April Unsere nächste Station war Athens GA, eine Collegestadt wie aus dem Bilderbuch. Nach der letzten Nacht, sah das einfach nur nach Frieden aus....Wir schlenderten durch die Stadt und besuchten einen örtlichen Plattenladen, das war Urlaub! Das besondere am „Tasty World“ war, dass wir dort nicht nur unsere erste Opener Show spielten, sondern auch vor einer Glasswand im Obergeschoss. Du spielst praktisch zwei Shows, einmal für die Leute im Club und auf der anderen Seite für die Leute auf der Straße. Mosh und Philipp blieben im Club und frönten ein weiteres Mal dem dünnen Bier. Matze zog mit mir durch die umliegenden Bars, es war als wenn die richy bitchy Studentinnen dort das Springbreak vorzogen. War alles sehr nett anzusehen... Um zwei morgens, ließen sie sich dann, pünktlich zur Sperrstunde, von alten Säcken mit deutschen Cabrios abholen. Manche Sachen funktionieren halt international....
Mittwoch, 20.April Gut ausgeschlafen ging es bei 35 Grad nach Atlanta GA. Über eine solche Metropole, so wie in Philadelphia, hinwegzufliegen ist schon beeindruckend, aber auf einem 16-spurigen überfüllten Highway hinein zu rollen.....das ist der Wahnsinn. Neben uns fuhr so ein typisches 150kg Zuhälterklischee im offenen Cadilac. Wir hatten unseren Spaß und er flüchtete im Slalom, die volle Straßenbreite ausnutzend zur nächsten Ausfahrt. Elchtest bestanden und es war Entertainment von Feinsten zu sehen, wie schwungig sich so ein riesiges Schiff bewegen kann. Es war genug Zeit bis zur Show und so gings zu Eddie ins „Holy Mother“ Tattoostudio. Er entwarf ein Oldschool Redneck Motiv für SFW und so wurde mein Luxuskörper noch um einige Dollar wertvoller.
Im „Masquerade“ spielten wir als letzte Band zusammen mit Crime Scene und Bloodline Caligraphy. Wir waren also die Rausschmeißer für die letzten, noch da gebliebenen HC-Kids und Rocker. Fuck, war das ein Tempel....Ich weiß nicht ob es der größte Laden in Atlanta ist, wahrscheinlich nicht, aber es war riesig. Und erst der Sound und das Licht...? Keine Ahnung, womit ich das in Deutschland vergleichen kann! Die Clubcrew lud uns dann ins „Players Mart“ ein. Einem Stripclub, wo wirklich nur alte und hässlich Frauen zeigen was keiner sehen will. G.G.Allin war dort Stammgast und Marylin Manson soll wohl auch auf jeder Tour dort absteigen. Eine absolute Spaßmanege. Das Highlight dort war Blondie, eine 120 Kilo-Black-Lady mit blondierten langen Haaren. Wir buchten dieses mittvierziger Prachtweib nachdem sie Bierdosen in ihrem Dekollete zerquetscht hatte und ließen sie auf Doug los....was der an Schlägen einstecken musste......wir hatten Bauchschmerzen vor Lachen, spätestens als Blondie ihm eine Gratisverlängerung gab. Danach gingen wir noch in eine Schwulendisco, aber das erwies sich als nicht halb so spektakulär wie wir dachten.
Ryan leitete uns dann zum Haus seines Bruders, den hatte er schon ein Jahr nicht gesehen. Was uns dort erwartete schockierte sogar ihn. Eine total verfallene Hütte, Krempel bis unters Dach und es stank nach Katzenpisse und noch schlimmer. Man, was war das für ein Freak. Amerika hat viele Gesichter. Also ab ins Hotel, das nützte Matze und mir aber nichts, da wir diesmal die Nachtwache im Van hatten. Es war zwar ein Viertel, mit riesige Südstaaten Villen die die Symbolen der verschiedensten Studentenverbindungen trugen, plus grünen Vorgärten, weißen Zäunen usw.... Aber das hat in einer solchen Stadt nichts zu bedeuten.
Donnerstag, 21.April Off Day, wir ließen die Touristen raushängen. Shoppen gehen, besonders für Klamotten und Vinylliebhaber gibt’s da einige gute Läden. Im „Vortex“ wurde mit Edelburgern dinniert und den Rest des Tages sonnten wir uns in Biergärten und schrieben Postkarten. Da Doc Rock und Fiete, also gleich beide SFW-Gitarristen, daheim geblieben waren, konnten wir sogar an die Band schreiben. Schon irgendwie krank wenn man auf Tour ist. Matze hat sich gefreut, so war er eben dabei. Und wie schon auf den letzten deutschen Shows, zusammen mit Bad Machine, machte er seine Sache fantastisch. Hättet ihrs gesehen, ihr wärt stolz gewesen, haha.
Da für Freitag, vor der Show, die nächsten Tattootermine in Jacksonville anstanden und wir die 8 Stunden Fahrt dorthin nicht wieder in einem Stück absitzen wollten, verabschiedeten wir uns von Ryan. Er blieb in Atlanta, ich hoffe seine Freundin hat ihm inzwischen verziehen.
Wir fuhren abends bis Columbia SC. Dieses verdammte „Knight Inn“ Motel dort, hielt frühs noch eine üble Überraschung für uns bereit.....
Freitag, 22.April Wir fragten uns schon die ganze Zeit über, warum wir nicht in den preiswerteren Motels abstiegen und statt dessen, die Hotels bezahlten. Heute sollten wir es lernen. Es liegt nicht an der Ausstattung der Zimmer, die Unterschiede spielen für eine Band auf Reisen keine Rolle. Es liegt an der Gesellschaft in der man sich befindet. Nur damit ihr das richtige Bild vor Augen habt, ich spreche hier von diesen Barackenapartments, wie ihr sie aus Filmen wie „From dusk till dawn“ kennt und wir wollten auch nur ein Bett für die Nacht. Auf dem Weg zum Frühstück fragte Bryan einen unserer Nachbarn, der gerade seine Tür öffnete, nach der Uhrzeit. Eine der wohl banalsten Sachen die man tun kann. Und was macht dieser vielleicht gerade einmal 16jährige Bastard......zieht einen Revolver und erklärt ihm, dass er ihm zeigen könne wessen Stunde geschlagen hat, wenn er sich nicht verpisst.
Spätestens da haben wir alle begriffen, dass es verdammt clever war, dort als Band nicht allein unterwegs zu sein.
In Jacksonville bekamen dann Philipp und Matze ebenfalls ihr Tourtattoo. Josh und Dane vom „Ecstasy“ Studio machten ihren Job verdammt gut und arbeiteten gleichzeitig. Dadurch kamen wir Tatsache mal halbwegs pünktlich zum Gig. Die „Arena Sportsbar“ hatte uns wieder und Ross gab uns, zusammen mit etlichen Leuten die wir noch vom letzten mal kannten, einen freudigen Empfang. Das war ein bisschen wie wieder zu Hause sein. Es machte verdammten Spaß dort wieder zu spielen. Ich weiß wegen den spendablen Leute und der Barfrau nicht mehr allzu viel, aber die Black Ice, eine Misfits/Danzig-Coverband, spielten fast die ganze Nacht Hits und wir feierten Mal wieder in den Morgen....
Sonnabend, 23.April Das sollte ein besonderer Tag werden und was wir noch nicht wussten, unsere letzte Show. KickAss Phil hatte eine Show in seinem Club in „Hickory“ organisiert. Wizard Saloon hieß das gute Stück und war fünf ein halb Stunden entfernt. Ein Biker und Rocker Club und seiner Meinung nach der perfekte Ort für uns. Er behielt absolut Recht! Wir trafen dort auf eine kleine, aber feine Gemeinde aus Freaks, alten Säcken, Metalheads und Lederjacken. Natürlich auch auf die üblichen Amipunks, Skins und HC-Kids. Aber eben wesentlich weniger Kids. Der Club war düster und die Bühne flach. Das ist genau was Mosh will und so ließ er sich noch mal schön gehen. Toppen hätte man das nur zu ebener Erde gekonnt. Die anderen Bands waren Baloo, The Other Have und US Christmas. Letztere fuhren einen extrem schweren, aber brutalen Stonersound mit abartigem Gesang. Hatte was, aber wir haben so viele gute Bands gesehen, es wäre zu müßig sie alle zu beschreiben.
Die anwesende Scumpunk Prominenz feierten wir kaputt und vielleicht gibt’s aus der Ecke ja noch ein paar Überraschungen. Wartet es einfach ab.
Die Nacht schliefen wir im Bandbus, für drei Stunden Schlaf lohnt es einfach nicht zu bezahlen.
Sonntag, 24 April Gleich morgens machten wir uns auf den Weg nach Lexington/Kentucky. Wir sollten dort mit 25 Ta Life und einigen anderen HC Bands spielen. Nach 2 Stunden Fahrt gab der Wetterbericht aber bekannt, dass dort über 35 cm Schnee gefallen waren, es stürmte und das ein allgemeines Chaos durch Stromausfälle ausgebrochen wäre. Es hätte keinen Sinn gemacht, weitere sechs Stunden dort hin zu fahren, ohne eine Gewähr, das dass Konzert überhaupt stattfindet. Und ob wir am Tag darauf pünktlich am Flughafen gewesen wären? Ich wurde überstimmt und wir sagten die Show ab.
Eine 180 Grad Wende und wir waren auf dem Weg zu Doug. Unterwegs aßen wir den größten Burger Amerikas! Ein absoluter Killer. Auf dem Flohmarkt der sich uns in den Weg stellte taten wir, was getan werden musste und gaben unser Geld für den herrlichsten Stuss aus. Das macht einfach überall Spaß und er kommt immer aus China! Zum Abschiedsessen gönnten wir uns die ersten richtigen Steaks, dann Sachen packen, seinen Gedanken nachhängen, einige Abschiedsbier und „Gute Nacht Johnboy.....“
Montag, 25.April Die Lexington-Show hatte nicht stattgefunden. Mit dieser Nachricht holte uns Bryan ab. Eigentlich verbrachten wir den ganzen Weg zum Flughafen damit über die Tage zu lachen. Auf den 3500 Kilometern war eine Menge passiert. Fuck, wir hatten eine riesen Zeit! Die „Thanx for all“ konnte man schon nicht mehr zählen....ja, ich hasse Abschiede.
Von Raleigh nach Charlotte nach Frankfurt und schon waren wir 18 Stunden später wieder in Berlin gelandet. Und wie schon gesagt, mein erster Gedanke war....Wo ist mein Van?...und... Germany sucks!
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